| Vielseitigkeit Luhmühlen: Ingrid Klimke Zweite hinter Sharon Hunt Simone Deitermann gewinnt Milford-Trophy von Uta Helkenberg |
| Luhmühlen (fn-press). Das war knapp: Ein Doppelfehler in der dreifachen Kombination kostete die nach Dressur und Gelände führende Ingrid Klimke (Münster) den Sieg in der internationalen Vier-Sterne-Vielseitigkeit in Luhmühlen. Mit einem Endstand von 47,2 Minuspunkten musste sich die Mannschafts-Olympiasiegerin der britischen WM- und Olympiateilnehmerin Sharon Hunt geschlagen geben. Diese hatte zwar ebenfalls einen Abwurf, kam damit aber nur auf einen Endstand von 47,0 Minuspunkten."Wenn mir vorher einer gesagt hätte, dass ich hier Zweiter würde, hätte ich mich sehr gefreut", sagte Klimke, die gerade erst Anfang März ihre zweite Tochter bekommen hat. "Im ersten Moment war ich natürlich ein bisschen enttäuscht, dass es so haarscharf war. Aber ich war schon Zweiter in Badminton und irgendwann werde ich es auch noch schaffen, eine Vier-Sterne-Prüfung zu gewinnen." Dieser Aussage schloss sich auch ihr Olympia-Teamkollege Andreas Dibowski (Egestorf) an, der mit der Vier-Sterne-Debütantin FRH Fantasia auf Platz drei landete. Auch er hatte einen Abwurf im Springen in Kauf nehmen müssen (48,2), konnte damit allerdings einen Platz in der Rangierung gut machen. Für den Weltranglisten-Ersten war es die vierte Vier-Sterne-Prüfung in Folge, die er unter den ersten Drei beendet: In Luhmühlen 2009, Pau/Frankreich und Badminton/England war er mit seinen Olympiapferd Euroridings Butts Leon jeweils Zweiter. "Ich glaube, ich wäre frustrierter gewesen, wenn ich hier wieder Zweiter geworden wäre", trug "Dibo" seinen dritten Platz mit Humor. Mit seiner Platzierung übernahm er zugleich die Führung in der hochdotierten HSBC FEI Classic-Serie. "Wenn alles planmäßig läuft, werde ich versuchen, mit FRH Fantasia im Herbst in Pau an den Start zu gehen und dort den 'Sack zuzumachen'", erklärte Dibowski. Nach einer anspruchsvollen Dressur und einem knapp 6.000 Meter langen Geländekurs wurde es den Reitern heute im abschließenden Springen der Luhmühlener Vier-Sterne-Hauptprüfung noch einmal schwer gemacht. Nur zwei Paare bewältigten den Parcours fehlerfrei. Unter ihnen auch der Neuseeländer Andrew Nicholson mit Mr. Cruise Control, der damit auf den vierten Platz in der Gesamtwertung aufrückte. Andreas Ostholt (Warendorf), der mit Franco Jeas ebenfalls eine Vier-Sterne-Premiere feierte, landete auf dem achten Platz (61,30). Die vierte deutsche Reiterin, Anna Warnecke (Osnabrück) mit Twinkle Bee, beendete die Prüfung mit drei Abwürfen auf Platz 69,5. "Es war das beste Starterfeld, das wir je in einen CCI**** Luhmühlen hatten", sagte Bundestrainer Hans Melzer (Putensen). "Und ich habe von Anfang gesagt, dass wir hier durch Qualität und nicht durch Quantität überzeugen wollen. Unser Ziel war es, drei Reiter unter den ersten Zehn zu haben und das ist uns gelungen." Bereits am Vormittag war die Drei-Sterne-Kurzprüfung mit einem deutschen Sieg zu Ende gegangen. Mit einem Vorsprung von denkbar knappen 0,2 Prozent behauptet die 29-jährige Diplom-Betriebswirtin Simone Deitermann (Saerbeck) mit Flambeau H trotz eines Abwurfs im Springen ihre Spitzenposition (Endstand 46,6). Ihre beiden engsten Verfolger, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit King Artus (47,80) und Linda Algotsson (Schweden) mit Stand by Me (49,20), hatten weniger Glück. Zwar hatten beide ebenfalls nur einen Abwurf, mussten damit aber sowohl Peter Thomsen (Lindewitt) mit Cayenne (46,8) und Peter Townend (Großbritannien) mit Imperial Master (47,0) den Vortritt lassen, die beide mit weißer Weste aus dem Parcours kamen. Insgesamt hatte es auch hier nur fünf glatte Nullrunden gegeben. Bei vielen schlichen sich neben Hindernisfehlern Zeitfehler ein. Einen Abwurf musste auch Mannschafts-Weltmeisterin Bettina Hoy (Warendorf) in Kauf nehmen, deren Nachwuchspferd Lanfranco TSF sein Drei-Sterne-Debüt auf dem sechsten Platz beendete (50,8). "Wir haben hier viele Pferde mit guter Perspektive für die EM im kommenden Jahr und mit Blick auf die Olympischen Spiele 2012 gesehen", zog Hans Melzer ein positives Fazit. Alle Ergebnisse auf www.luhmuehlen.de Fotos vom Geländetag hier! |
| Klimke und Abraxxas halten Platz 1 Die Nachfolgenden sind alle ganz dicht beeinander |
Mannschafts-Weltmeisterin Ingrid Klimke und ihr 13 Jahre alter Hannoveraner FRH Butts Abraxxas konnten am Samstag mit einer fehlerfreien Runde auf dem knapp sechs Kilometer langen Geländekurs ihren Vorsprung aus der Dressur sogar noch erweitern. Die 42 Jahre alte Berufsreiterin aus Münster baute vor den Augen von über 18.000 Zuschauern die Führung auf 3,8 Punkte aus, kann sich aber dadurch am Sonntag keinen Springfehler erlauben, sollte die Britin Sharon Hunt, die mit Tankers Town auf Rang zwei liegt, fehlerfrei bleiben.„Ich kann mich nur bei den Zuschauern bedanken, die Braxxi und mich durch diesen Kurs getragen haben. Das hat richtig Spaß gemacht!“ Klimke war eine von acht Startern, die mit ihrem Pferd unter der Bestzeit von 10’27 Minuten für die 32 Hindernisse kamen. Das gelang auch der nach der Dressur Fünftplatzierten Sharon Hunt, die dadurch drei Plätze gut machte. „Tankers Town ist ein erfahrenes Pferd“, sagte die 33-Jährige aus Kent. „Ich habe durchaus erwartet, dass wir hier so gut abschneiden können, und bin sehr froh darüber.“ Auch ihr Landsmann Oliver Townend konnte nach der Geländeprüfung wieder lachen, die für den 28-Jährigen aus Shropshire so unglücklich angefangen hatte. Townend war nämlich als vierter Starter im E.ONTeich vom Pferd ins Wasser gestürzt - einer von nur zwei Stürzen in der gesamten Prüfung, bei beiden passierte Pferden und Reitern nichts. Mit Ashdale Cruise Master, seinem Nachwuchspferd bewältigte Townend dann als letzter Starter die Strecke vorbildlich mit nur zwei Sekunden über Bestzeit und konnte eine wichtige Empfehlung für die britische Nominierung zu den Weltreiterspielen abgeben. Hinter Townend auf Rang vier platzierten sich Andreas Dibowski und seine 10-jährige Stute FRH Fantasia, die komplett fehlerfrei und in der Zeit nach Hause kamen und vom Publikum frenetisch gefeiert wurden. „Natürlich macht das vor der eigenen Haustür besonders viel Freude. Ich möchte aber nicht von einem Heimvorteil sprechen, denn der Druck ist natürlich dabei auch immer besonders groß!“ Dibowski hat zwar fünf Punkte Rückstand auf Ingrid Klimke, aber nur wenige Zehntel jeweils auf die beiden Briten. Fotos vom 4*-Gelände hier: http://www.vielseitigkeitsreiten.de/turniere2010/Luhmuehlen/ Alle Ergebnisse der 4* hier! Alle Ergebnisse der 3* hier! |