| EM Ländliche Vielseitigkeitsreiter: Titelverteidiger Deutschland gewinnt Gold / Ina Tapken ist Europameisterin von Thomas Hartwig |
| Nagykanizsa/HUN (fn-press). Zum dritten Mal in Folge hat eine deutsche Mannschaft bei den Europameisterschaften der "ländlichen" Vielseitigkeitsreiter Gold gewonnen. Auch in der Einzelwertung konnte sich im ungarischen Nagykanizsna ein deutsches Paar durchsetzen. Der Titel ging an Ina Hegeler (Ganderkesee) und London Return. Antje Deparade (Engersen) gewann mit Komtess die Silbermedaille. Der Sieg hätte nicht knapper sein können. Gerade mal ein Hunderstel trennte am Ende die deutsche Mannschaft von den zweitplatzierten Belgiern. Doch "gewonnen ist gewonnen", freute sich Simone Böckmann (Lastrup), die Frau von Equipechef Roger Böckmann und versicherte. "Im Veranstaltungsbüro haben sie mindestens drei Mal nachgerecht." Die früher hoch erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin war zur zusätzlichen Unterstützung des deutschen Teams ebenso nach Ungarn mitgereist wie Alt-Bundestrainer Horst Karsten (Delmenhorst). Er war es auch, der dem Team die frohe Botschaft überbrachte. "Wir dachten ja noch, wir wären Zweite. Dann kam plötzlich Horst ins Stallzelt, lehnte sich an die Box und grinste. Dann sagte er: 'Ihr habt gewonnen'", erzählte die frisch gebackene Europameisterin Ina Tapken. Nach der ersten Teilprüfung waren die Erwartungen der erfolgsverwöhnten Deutschen allerdings noch gedämpft. In der Abteilungsdressur der Mannschaften, die besondere Spezialität dieser EM, rangierte das deutsche Sextett - Ina Hegeler mit London Return, Andreas Brandt (Neuburg) mit Clever & Smart, Michaela Messerschmidt (Altenstadt) mit Benson, Thomas Suntrup (Sendenhorst) mit Wirbelwind, Friederike Tophoff-Kaup (Greven) mit Aip xx und Tetenreiterin Antje Deparade (Engersen) mit Felix - "nur" auf Rang drei. Die Nase vorn hatten die Schweizer, die zu fünft antraten und schon nach der Einzeldressur auf den vierten Platz zurückfielen und am Ende nicht einmal in den Top Five landeten. Besser lief es für die nach der gesamten Dressur führenden Briten, deren beste Reiterin Hannah Mace mit Toy Boy III bis zum Springen ebenfalls auf Goldkurs lag. Drei Abwürfe im Parcours ließen sie aber auf den Bronzerang zurückfallen, ebenso wie ihr britisches Team. Mit zwei Abwürfen verspielte auch der Belgier Frederik Smet mit United seine Medaillenchancen. Beide machten den Weg frei für Ina Tapken, die im Parcours fehlerfrei geblieben war. "Mein Mann kam plötzlich an und gratulierte mir. Da habe ich erst mit mitbekommen, dass ich gewonnen habe. Ich war ja als Drittletzte dran, die anderen beiden kamen noch nach mir", erzählte Ina Tapken. Der Sieg in Ungarn ist ihr bislang größter Erfolg. "Ich war schließlich noch nie Europameisterin", sagte sie schmunzelnd. Einmal allerdings war dicht dran: im Jahr 1997, in Hooge Mierde, mit ihrem Schimmel High Point. "High Point habe ich damals selbst ausgebildet, wie London Return auch. Das macht mich besonders stolz." Das Springen verhalf nicht nur Tapken zum Sieg, sonden würfelte generell die Rangierung noch einmal durcheinander. So rückten Antje Deparade und Komtess dank einer Nullrunde ebenfalls nach vorne, bis auf den Silberrang. Für die Mannschaft spielte das allerdings keine Rolle, denn die Schimmelstute ging in Ungarn nur in der Einzelwertung, während ihr Sohn Felix für das Team am Start war. Er hatte im Gelände für den einzigen Hindernisfehler der Mannschaftsreiter gesorgt und wurde am Ende 21ster. Nur vier Paare hatten den Zwei-Sterne-Geländekurs ohne Zeit- und Hindernisfehler absolviert, darunter Teamreiter Andreas Brandt (Neuhof). Damit lag er nach Dressur und Gelände in Medaillennähe, zog jedoch seinen Clever & Smart am Sonntagmorgen vor der Verfassung zurück. Als drittbeste Deutsche landete Michaela Messerschmidt mit Benson auf Platz sieben. Als Einzige gehörte sie schon vor zwei Jahren zum deutschen Goldteam bei den "ländlichen" Europameisterschaften. Friederike Tophoff-Kaup wurde mit Aip xx Achte, Thomas Suntrup landete mit Wirbelwind auf dem 18. Platz. Einzelreiter Nicolas von Wolff (Eching), der mit Arabelle zunächst die Führung nach Dressur übernommen hatte, fiel mit einem Hindernisfehler und drei Abwürfen im Springen in der Wertung weit zurück. |
| EM Ländliche Vielseitigkeitsreiter: Deutschland Dritter nach Mannschaftsdressur von Uta Helkenberg |
| Nagykanizna/HUN (fn-press). Im ungarischen Nagykanizna finden an diesem Wochenende die Europameisterschaften der "ländlichen" Vielseitigkeitsreiter statt. Das Championat, dessen Tradition bis ins Jahr 1952 zurückreicht und das im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen wird, begann heute mit seiner Spezialität: der Abteilungsdressur der teilnehmenden Mannschaften. Das deutsche Team landete auf Platz drei. "Die anderen haben einfach aufgeholt", sagte der deutsche Equipechef Roger Böckmann (Lastrup). Das beste Bild vor den Richtern gab das Schweizer Sextett ab und wurden mit umgerechnet 78,69 Minuspunkten belohnt. Die Briten bringen 84,99 Minuspunkte als Ausgangsbasis für die kommenden Wettbewerbe mit, die den üblichen Prüfungen einer internationalen Zwei-Sterne-Kurzvielseitigkeit entsprechen. Die deutschen Titelverteidiger - 2005 und 2007 holten sie nicht nur Team-Gold, sondern auch alle drei Medaillen in der Einzelwertung - wurden am ersten Tag der EM Dritte (86,04). Die deutsche Mannschaft ist in diesem Jahr in völlig neuer Besetzung am Start, lediglich Michaela Messerschmidt (Altenstadt) mit Benson ist aus der Siegermannschaft von 2007 wieder dabei. Neben ihr starten Antje Deparade (Engersen), die mit ihrem Schimmel Felix an der Tete die deutsche Mannschaft anführte, Andreas Brandt (Neuburg) mit Clever & Smart, Thomas Suntrup (Sendenhorst) mit Wirbelwind, Ina Tapken (Ganderkesee) mit London Return, und Friederike Topphoff-Kaup (Greven) mit Aip xx. |