Preis der Besten Pony-Vielseitigkeit: Nina Stegemann gewinnt Premiere
von Uta Helkenberg
Warendorf (fn-press). Der Preis der Besten ist um eine Prüfung reicher. Zum ersten Mal waren auch die Pony-Vielseitigkeitsreiter mit "an Bord" bei der wichtigsten deutschen Veranstaltung für den deutschen Reiternachwuchs, die jährlich Mitte Mai am Bundesleistungszentrum in Warendorf ausgetragen wird. Als "Beste" der Ponyvielseitigkeitsreiter erwies sich Nina Stegemann (Telgte). Die Doppeleuropameisterin landete mit ihrem bewährten Ponyhengst Mr. Hale Bob in Warendorf einen Start-Ziel-Sieg.

Mit einem Endstand von 49,3 Minuspunkten nach allen drei Teilprüfungen führte die Nina Stegeman das Starterfeld vor Jule Wewer (Peheim/Weser-Ems) mit Dorina (58,2) und Delia Mangelkramer (Michelsneukirchen/Bayern) mit Munser III (65,6) an. Die Premiere des Preises der Besten der Ponyvielseitigkeitsreiter in Warendorf hatte allerdings mit leichten Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Erst dem siebten Paar auf der Starterliste gelang es in der abschließenden Geländeprüfung, ins Ziel der rund 2.000 Meter langen Strecke zu kommen. Insgesamt schieden elf Paare, nahezu die Hälfte der gesamten Teilnehmerzahl nach Verweigerungen aus. "Der Kurs entsprach einer anspruchsvollen Geländeprüfung der Klasse A. Aus meiner Sicht waren sowohl die Hindernisse, als auch die Länge nicht zu schwer, sondern einer Europameisterschaftssichtung angemessen", sagte Bundestrainer Fritz Lutter (Warendorf). "Es scheint aber so, dass eine Paare insbesondere bei den typischen Geländehindernissen, wie zum Beispiel der überbaute Graben (Hindernis Nummer sechs), Defizite haben. Da viele von den ausgeschiedenen Paaren Siege und vordere Platzierungen in Klasse A aufzuweisen haben, müssen wir über die Anforderungen in den Vorbereitungsprüfungen nachdenken. Man sollte vielleicht darüber nachdenken, ob die Teilnahme an einer L-Prüfung vorab sinnvoll wäre." Kein Zweifel ließ der Bundestrainer daran, dass Warendorf und der Preis der Besten für ihn der ideale Standort für die erste Europameisterschaftssichtung ist. "Hier gibt es einerseits hervorragende Bedingungen für die Austragung einer Vielseitigkeitsprüfung in allen drei Teildisziplinen, außerdem können sich die Jugendlichen hier auch ein Bild von den anderen Disziplinen machen. So ein Miteinander wie hier gibt es sonst auf keiner anderen Veranstaltungen, nicht einmal bei den Deutschen Jugendmeisterschaften." Zur zweiten Sichtung in Birstein sind nun die ersten Zehn des Preises der Besten eingeladen, aber auch diejenigen, die in Warendorf etwas Pech auf der Strecke haben, "sind aufgefordert, in Birstein ihr Können unter Beweis zu stellen", so Lutter.
Preis der Besten Warendorf: Julia Krajewski holt ersten "Titel"
Warendorf (fn-press). Preis der Besten: Wer tatsächlich zu Deutschlands besten Nachwuchsreitern gehört, war heute in Warendorf am Start. Beim Preis der Besten auf dem Gelände des Bundesleistungszentrums beginnt alljährlich der Weg für eine erfolgreiche Saison, der Weg zum Championat. Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter aller drei olympischen Pferdesport-Disziplinen legen hier Mitte Mai ihre Messlatte fest. Am heutigen Samstag ging es bereits mit den ersten Wertungsprüfungen in allen Disziplinen los. Die Junioren und Jungen Reiter der Vielseitigkeit ermittelten schon ihre Besten.

Dominierende Reiterin war Perspektivgruppenmitglied Julia Krajewski (Warendorf). Nicht nur, weil sie mit drei Pferden am Start war, sondern mit diesen auch die Plätze eins, drei und fünf belegte. Der Sieg ging mit einem Endresultat von 46,0 Minuspunkten auf Konto ihres bewährten Oldenburgers Leading Edge, mit dem sie während ihrer Juniorenzeit zweimal Mannschaftsgold holte und beim Preis der Besten zweimal Zweite wurde. Dieser Platz blieb in diesem Jahr Vorjahressieger Benjamin Winter (Dortmund) mit Wild Thing Z überlassen. Winter, seit Kurzem ebenfalls Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit, war der Einzige, der die rund 2.500 Meter lange Geländestrecke rund um den Vielseitigkeitsplatz ohne Zeit und Hindernisfehler bewältigte (48,9). Den dritten Platz sicherte sich Julia Krajewski mit dem Schimmel Kaiserstern (49,5), auf Rang fünf landete sie mit dem zuvor von Frank Ostholt (Warendorf) gerittenen After the Battle. "Julia hat das wirklich super gemacht", freute sich der Mannschafts-Olympiasieger über die gelungene Vorstellung des Paares. Dritte Reiterin innerhalb des Spitzentrios war Franca Lüdeke (Bonn) mit dem ehemaligen Bundeschampion Parlando. Die Deutsche Juniorenmeisterin 2008 belegte mit einem Endergebnis von 49,90 Minuspunkten Platz vier. "Die äußeren Bedingen für den Preis der Besten waren ideal, die Prüfungen anspruchsvoller als im letzten Jahr und das Niveau der Teilnehmer sehr gut - in allen drei Teilprüfungen", äußerte sich Bundestrainer Rüdiger Schwarz (Sassenberg) zufrieden über dem Ausgang des Preises der Besten 2009.
"Bei den Jungen Reitern war der erste Parcours fast etwas zu leicht aufgebaut, aber dafür war die Zeit sehr eng", erklärte Dietmar Gugler (Pfungstadt), der Bundestrainer der Nachwuchs-Springreiter. "Ich halte die Zeit für eine ganz wichtige Komponente, die früh geschult werden muss." Patrick Stühlmeyer (Osnabrück) gewann diese erste Wertung der Jungen Reiter mit dem 14-jährigen Hannoveraner Last Chance (0 Fehler/71,18 Sekunden) vor Kadermitglied Tobias Meyer (Löningen, 0/72,19 Sek.) auf dem 13-jährigen Holsteiner Hengst Julio. Stühlmeyer gehörte bereits als Junior zweimal zum deutschen EM-Team und macht derzeit eine Ausbildung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten im Stall von Karin Ernsting-Engemann.
Bei den Spring-Junioren siegte der Baden-Württemberger Marcel Marschall (Altheim) auf dem 13-jährigen Liberty-Sohn Light Crazy fehlerfrei in 69,59 Sekunden. Der 18-Jährige wird von seinem Vater Manfred Marschall trainiert und konnte zwei Wochen zuvor beim Mannheimer Maimarkt-Turnier schon fünf Platzierungen in internationalen Springprüfungen verbuchen. Zweite wurde Cassandra Orschel (Henstedt-Ulzburg) mit dem 15-jährigen Westfalenwallach Feuerfunke (0 Fehler/72,34 Sek.)."Sowohl bei den Jungen Reitern als auch bei den Junioren wurde insgesamt technisch wirklich gut geritten", betonte Gugler.
Bei den Jüngsten im Parcours, den Ponyspringreitern, setzte sich Maurice Tebbel (Emsbüren) an die Spitze, genauer: an die Doppelspitze. Der Sohn des dreifachen Deutschen Meisters René Tebbel, der Deutsche Ponymeister und Vize-Europameister von 2008 siegte mit seinem neunjährigen Westfalen-Pony Tiara fehlerfrei in 70,69 Sekunden. Mit seinem EM-Pony Giovanni, dem zwölfjährigen Top Nonstop-Sohn, wurde er in 71,39 Sekunden Zweiter. Lea Clausen (Mildstedt) nahm die Verfolgung auf den Doppelsieger mit dem größten Erfolg auf, sie wurde Dritte mit der zwölfjährigen Holsteiner Ponystute Celina.
In der Dressur siegten durchweg bekannte Namen von den vergangenen Europameisterschaften: Kirsten Sieber (Dortmund)), Sanneke Rothenberger (Bad Homburg) und Sönke Rothenberger (Bad Homburg) hießen die Gewinner der ersten Wertungsprüfungen.
Die 20-jährige Kirsten Sieber gehörte im vergangenen Jahr zum deutschen Silber-EM-Team, wurde Zweite in der EM-Kür und Dritte der Einzelwertung. Mit ihrem elfjährigen Charly siegte sie in Warendorf in der Dressurprüfung Klasse S mit 71,368 Prozentpunkten. Auf Platz zwei folgten Tom Berg (Damme) und die siebenjährige Diva Royal mit 70,632 Prozent. Sieber macht zur Zeit eine Ausbildung zur Bankkauffrau, Berg hat gerade sein Abitur gemacht, plant ein BWL-Fernstudium, möchte sich aber zunächst vermehrt der Reiterei widmen. Die Geschwister Sanneke und Sönke Rothenberger dominierten die Wertungen der Junioren und Ponyreiter. Sanneke siegte bei den Junioren auf dem achtjährigen Oldenburger Deveraux OLD mit 72,432 Prozentpunkten vor Louisa Lüttgen (Lüttgen) und Habitus mit 70,865 Prozent. Sönke war auf Spitzenpony Deinhard B mit 75,278 Prozentpunkten uneinholbar für seine Konkurrenz. Am nächsten kam dem Spitzenpaar Florine Kienbaum (Lohmar) auf Fredriksbergs Mozart mit 72,130 Prozent. Sanneke Rothenberger hatte im vergangenen Jahr bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter grandiose Erfolge gefeiert: drei Goldmedaillen: Gold mit der Mannschaft, Gold in der Einzelwertung und Gold in der Kür. Bruder Sönke tat es ihr gleich: Er wurde im vergangenen Jahr mit Deinhard B Doppel-Europameister der Ponyreiter.
Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen (Hoya) war sehr zufrieden. "Sowohl Kirsten Sieber bei den Jungen Reitern als auch Sanneke Rothenberger bei den Junioren - beide haben noch mal eine enorme Entwicklung im Vergleich zum letzten Jahr gemacht", lobte Meyer zu Strohen. "Kirstens Charly hat noch mehr Sicherheit in den schwierigen Lektionen bekommen und Sannekes Deveraux hatte eine bessere Grundhaltung." Die Bundestrainerin der Pony-Dressurreiter, Cornelia Endres (Dülmen/Buldern), war ähnlich voll des Lobes: "Der Sieg von Sönke und Deinhard B war eine absolut souveräne Leistung und Florine hat sich sehr schnell auf ihr neues Pony eingestellt." Endres freute sich auch über das gute Niveau an der Spitze: Sechs Ponypaare erreichten 70 Prozentpunkte und mehr. In diesem Jahr werden die Ponyreiter zum ersten Mal wie auch die Junioren und Jungen Reiter ihr Finale beim Preis der Besten in einer Kür austragen.
Während die Junioren und Jungen Reiter im Vielseitigkeitssattel schon heute ihre Besten gekürt haben, beginnt der Sonntag in Warendorf mit dem Springparcours der Pony-Vielseitigkeitsreiter, am Mittag folgt die abschließende Geländeprüfung. Die Vielseitigkeitsreiter im Ponysattel sind das erste Mal beim Preis der Besten in Warendorf am Start. Nach der Teilprüfung Dressur liegt bisher Nina Stegemann (Telgte) auf Mr. Hale Bob mit 42,5 Strafpunkten an der Spitze vor Leslie Minklei (Beckum) mit Take your Time Fatima mit 46,40 Strafpunkten.
Im vergangenen Jahr haben die deutschen Nachwuchsreiter 21 Europameisterschafts-Medaillen errungen, das entspricht 50 Prozent aller möglichen Medaillen. Und auch im vergangenen Jahr wurde der erste Schritt in Richtung Medaillen in Warendorf beim Preis der Besten gemacht. Kreling/Hb