Landesmeisterschaft Vielseitigkeit Schleswig-Holstein und Hamburg
Bad Segeberg wieder anspruchsvoll
Fotos der *-Prüfung Gelände hier und
Fotos der L-Prüfung aus dem Gelände hier!
Sophie PritschauRegen, Regen und nochmals Regen - drei Tage lang, am Geländetag noch von einigen wirklich schönen Sonnenstrahlen unterbrochen - nass sind alle geworden an diesem Wochenende in Bad Segeberg. Strahlende Siegerinnen der Landesmeisterschaften in SH/HH wurden Julia Mestern und Nele Spiering.

Julia Mestern legte schon am Freitag auf dem Dressurviereck auf der Rennkoppel in Bad Segeberg den Grundstein für ihren späteren Sieg. Souverän beendete sie die erste Teilprüfung mit nur 44,30 Punkten und lag zusammen mit Beeke Kaack und Conti (ebenfalls 44,30 Punkte) vor dem Gelände auf Rang 1.

Während am Samstag vormittag die Reiter der L-Prüfung vor der Haupttribüne ihre Dressuren ritten, stand für die Ein-Sterne-Reiter die Geländeprüfung auf der Ihlheide an. Der anspruchsvolle Kurs war in der Tat meisterschaftsreif und forderte mit vielen Kombinationen geschicktes Reiten von den Teilnehmern. Besonders die beiden sehr schräg stehenden, auf einen Galoppsprung zu reitenden Hecken, die als letzte Kombination vor dem Ziel zu reiten war, bereiteten vielen Reitern Probleme, ebenso wie eine Ecke (7) nach dem Wasseraussprung, dort huschten viele Pferde vorbei.

Die spätere Landesmeisterin pilotierte nicht nur ihren Schorsch in der Zeit und ohne Hindernsifehler über den Kurs, auch ihr Zweitpferd Hamlett blieb im Gelände ohne Fehl und Tadel, sodass Julia nach dem Gelände aufgrund eines untypischen Vorbeiläufers von Conti (Beeke Kaack) Rang 1 und 2 belegen konnte. Von Rang sechs auf fünf hatte sich auch Kirsten Thomsen mit Master Boy "rangepirscht" (47,90 Punkte). Der viele Regen schon die Woche vor dem Turnier und die heftigen Schauer während der Geländeprüfungen konnten dem Sandboden der Ihlheide glücklicherweise nicht viel anhaben.

Die Ecken nach dem Wasser in der VLEin Versehen in der Ausschreibung sorgte in der "leichten VL" für reichlich Unmut unter den Reitern. Waren diese doch davon ausgegangen, eine leichte VL - einer L-Dressur, einem L-Springen und eines A-Geländeritttes - vorzufinden. Nach dem Abgehen der anspruchsvoll aber fair gebauten Geländestrecke zogen etliche Teilnehmer vor dem Gelände zurück, denn die war auf L-Niveau gebaut, wie die Meldestelle den Teilnehmern in der Woche vor dem Turnier per E-Mail mitteilte.

Eine Stellungnahme des PSH gibt es hier...

16 von 21 Reitern kamen in der Abteilung über 70 Ranglistenpunkte ohne Hindernisfehler ins Ziel, während in der 1 Abteilung (bis 70 RLP) nur 10 von 21 ins Gelände gestarteten Reitern ohne Verweigerung "davonkamen". Der nach Dressur führende Alexander Schwieder (1. Abtlg.) fügte seinem Dressurergebnis auch keine Punkte aus dem Gelände hinzu, während der Führende in der 2. Abteilung - Dirk Schrade mit Miss Behave - nach zwei Verweigerungen im Gelände zum Springen nicht mehr antrat.

Auch am Sonntag kannte Petrus kein Erbarmen mit den Buschis. Es regnete nur einmal - dafür aber den ganzen Tag lang. In der L-Prüfung (2. Abteilung 71 und mehr RLP) konnte sich Malin Larsson über Rang 1 (Walter von der Vogelweide) und 2 (Barny) freuen, nachdem sie beide Pferde ohne Hindernisfehler über den Springparcours ritt. Rang drei ging an Kai-Steffen Meier mit Tabasco vor Ida Larsson (All my choice) und Beeke Kaack (Judy). In der ersten Abteilung gab Alexander Schwieder seine Führung trotz eines Springfehlers nicht mehr ab und konnte mit Connor McLoud die goldene Schleife in Empfang nehmen. Die Dänin Maibrit Laustsen (2.), Jochen Deparade (3.) und Maria-Lena Kate (4.) folgten auf den Plätzen.

Nadine ZastrowBevor das Springen in der Meisterschaftswertung ausgetragen wurde, sattelten die "ausländischen und nicht für Schleswig-Holstein und Hamburg reitenden Teilnehmer" ihre Pferde. Bei ständigem Regen siegte Sandra Auffarht mit Lord Lauries vor Marie-Louisa Meyer mit Jarome und Nadine Marzahl mit Chanell. Die starke Mannschaft aus Schweden (aleine 14 Reiter in der *) konnten 4 Reiter platzieren.

Dann wurde es nochmal spannend. In der Meisterschaft der Junioren/Jungen Reitern stand vor dem Springen Mirko Utecht ganz oben auf dem Treppchen, doch 4 Abwürfe liessen ihn in der Gesamtwertung aus der Platzierung und in der Meisterschaft auf den Silberrang fallen. Hier freute sich Nele Spiering mit ihrem Schimmel Mayenne über ihren neuen Titel. Bronze gewann Friedrich Dumrath mit Conepeak.

Julia Mestern liess sich den Titel nicht mehr nehmen. Mit Schorsch durfte sie sich keinen Fehler leisten, denn Beeke Kaack war dicht dran - und Schorsch hob die Beine - Gold für Julia Mestern, Silber für Beeke Kaack und Bronze für Kirsten Thomsen, die nach einer Nullrunde auch noch ein wenig von den Abwürfen von Julia Mestern mit Hamlett (4.) und Marina Köhncke mit Secada (5.) profitieren konnte.

Von links: Beeke Kaack, Julia Mestern und Kirsten Thomsen

Weit nach vorne abreiten konnte sich nach einer verpatzten Dressur Nadine Zastrow mit Lightning, Rang 27 nach Dressur war keine Glanzleistung, aber mit einer fehlerfreien und schnellen Geländerunde und nur einem Abwurf im Springen arbeitete sie sich phänomenal auf Rang 9 vor.

Von links: Friedrich Dumrath, Nele Spiering und Mirko Utecht

Die Siegerehrung fand zur Schonung von Pferd und Reitern "zu Fuß" unter der Haupttribüne statt und wurde mit tollen Ehrenpreien und Ehrenrunden zwischen den doch zahlreichen Zuschauern, Trainern und Betreuern zelebriert. In der Mannschaftswertung siegte Schleswig-Holstein vor der zweiten deutschen Mannschaft "Meiers & Co", Schweden und Dänemark, alle Ergebnisse hier!

Die siegende Schleswig-Holsteiner Mannschaft:
Marina Köhncke, Julia Mestern, Beeke Kaack und Mirko Utecht

Fotos der *-Prüfung Gelände hier und
Fotos der L-Prüfung aus dem Gelände hier!