Frank Ostholt und Air Jordan triumphieren
Erster Vier-Sterne-Sieg für den 31-jährigen Warendorfer
In einer extrem spannenden abschließenden Springprüfung haben Frank Ostholt und sein 11-jähriger Fuchswallach Air Jordan die nach dem Gelände übernommene Führung verteidigt und den ersten Vier-Sterne-Sieg in der sportlichen Karriere des 31-jährigen Leiters des Bundesleistungszentrums Warendorf und deutschen Championatskader-Reiters realisieren können. Seine Kaderkollegin Bettina Hoy hatte ihn als vorletzte Starterin mit einer fehlerfreien Runde mit ihrem Schimmelwallach Ringwood Cockatoo unter Druck gesetzt. Doch Ostholt und Air Jordan behielten die Nerven, absolvierten den Springparcours unter dem Jubel von knapp 7.000 Zuschauern ebenfalls fehlerfrei, so dass sie mit 43,5 Minuspunkten den hauchdünnen Vorsprung von 1,1 Punkten vor Bettina Hoy halten konnten.

„Es ist ein unglaublich schönes Gefühl und gibt vor der Weltmeisterschaft natürlich viel Selbstvertrauen“, sagte Frank Ostholt nach der Siegerehrung. Er habe schon geahnt, dass Bettina Hoy vor ihm fehlerfrei gehen würde, deshalb hätte er sich auf die Drucksituation schon einstellen können. Hoy freute sich mit ihrem Kaderkollegen und betonte, dass das deutsche Team nach den Erfahrungen von Athen so stark zusammengerückt sei, dass es „fast schon egal ist, wer vorn liegt. Hauptsache es ist einer von uns.“
Als Dritte freute sich Lucinda Fredericks aus Australien (49,9 Punkte) über ihre Platzierung mit Headly Britannia: „Nach meinen Erfahrungen vom letzten Jahr, als ich gleich am ersten Wasser ausgeschieden bin, bin ich mehr als zufrieden. Mein Mann Clayton und ich werden definitiv im nächsten Jahr wieder kommen. Die Atmosphäre ist unglaublich familiär und die Leute hier sind so freundlich, dass auch das nicht so optimale Wetter dann nicht so ins Gewicht fällt.“ Hinter der Australierin schob sich die Schwedin Linda Algotsson mit My Fair Lady (55,3 Punkte) von Platz sieben noch auf Rang vier. Auch Dirk Schrade mit Sindy machte noch einen Platz gut und wurde mit 55,9 Punkten Fünfter.
Frank Ostholt – das gab Bundestrainer Hans Melzer bei der abschließenden Pressekonferenz bekannt – steht mit Air Jordan ebenso wie Bettina Hoy mit Ringwood Cockatoo auf der Longlist für die Weltmeisterschaft. Zudem stehen dort noch Andreas Dibowski (Leonas Dancer), der mit Butt’s Leon am Sonntag weitere vier Plätze gut machte und von Rang 23 nach der Dressur auf 10 nach dem Gelände bis auf Rang 6 nach dem Springen hoch rückte, Ingrid Klimke mit Sleep Late, Anna Warnecke mit Twinckle Bee und Hinrich Romeike mit Marius. Romeike hatte im Springparcours Pech und rutschte mit Marius nach 20 Fehlerpunkten noch auf Platz 7 ab. „Er hat ansonsten in diesem Jahr einen unglaublichen Lauf“, lobte Melzer.


Rund 28.000 Zuschauer besuchten Luhmühlen
TGL-Geschäftsführerin Julia Otto: „Wir sind mehr als zufrieden“

Nach knapp 7.000 Besuchern am Pfingstsonntag endete die Internationale Vielseitigkeit 2006 in Luhmühlen mit einem Gesamt-Besuch von rund 28.000 Zuschauern an den vier Veranstaltungstagen. „Nach dem schweren Start am Donnerstag, als uns das Wetter ja ganz schön zugesetzt hat, sind wir heute mehr als zufrieden mit dem Turnier. Dank der tollen Aktiven, unserer Sponsorpartner und der vielen Helfer ist es für uns noch ein großer Erfolg geworden“, so TGL-Geschäftsführerin Julia Otto.
Als Termin für die Vier-Sterne-Vielseitigkeit im nächsten Jahr gab die Turniergesellschaft den 14. bis 17. Juni 2007 bekannt


Ergebnisse, Fotos etc. unter www.luhmuehlen.de
Ingrid Klimke siegreich in der Milford Trophy
Punktevergabe im Derby Dynamic Cup an die jüngsten Reiter und Pferde
Die CIC** Milford Trophy in Luhmühlen ist für die Olympiareiterin Ingrid Klimke aus Münster das nächste Erfolgserlebnis nach dem überragenden zweiten Platz in Badminton in diesem Jahr. Mit dem neunjährigen Trakehnerwallach FRH Butts Abraxxas konnte sich Klimke im abschließenden Gelände mit einem Abstand von sieben Punkten deutlich von den Nächstplatzierten Insa-Kristina Weddige mit Aram 5 und Peter Thomsen mit King Artus absetzen. Die nach dem Springen zweitplatzierte Beeke Kaack verzichtete nach Absprache mit den Bundestrainern auf einen Start, da sie in zwei Wochen mit ihrem Pferd Conti 10 an einer wichtigen Qualifikationsprüfung teilnehmen wird. Weddige strahlte über ihren zweiten Platz: „ Nach der Dressur lag ich auf dem vierten Rang und im Parcours und im Gelände ist Aram nur so über die Sprünge geflogen!“ Zufrieden zeigte sich auch Andreas Ostholt: Mit seinen beiden Pferden Water Dance und Waldstern belegt er die Ränge vier und elf der Gesamtwertung.
Klimkes Pferd FRH Butts Abraxxas beeindruckte außerdem in der zusätzlichen Wertung des Derby Dynamic Cup: gemeinsam mit Andreas Ostholts Water Dance gab es für ihn als jüngstes Pferd des Starterfeldes ebenso Punkte wie für die beiden jüngsten Reiter, die fünftplatzierte Nadine Marzahl und Eva Christin Putz, die die Milford Trophy mit dem sechsten Rang abschließen konnte.
Drei deutsche Kaderreiter an der Spitze
Frank Ostholt liegt hauchdünn vor Bettina Hoy und Hinrich Romeike
Frank Ostholt, der 31-jährige Leiter des DOKR-Bundesleistungszentrums in Warendorf, hat nach der Geländeprüfung der Vier-Sterne-Vielseitigkeit in Luhmühlen die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Mit seinem 11-jährigen Fuchswallach Air Jordan hatte Ostholt eine kritische Situation an Sprung zwei zu überstehen, als der Abstand zum Hindernis nicht stimmte und er bereits einen Fuß aus dem Steigbügel verloren hatte. Doch das Mitglied des deutschen Championats-Kaders rettete die Situation und kam nach fehlerfreiem Ritt nur sechs Sekunden über der Bestzeit im Ziel an. Dadurch stieg seine Minuspunktzahl auf 43,5 Punkte. „Bei Sprung zwei gab es diese Schrecksekunde“, erinnerte sich Ostholt. „Aber insgesamt war das eine unglaubliche Erfahrung. Das Publikum hat Air Jordan und mich förmlich nach vorn getragen.“
Seine Kaderkollegin Bettina Hoy nahm sich etwas mehr Zeit in der anspruchsvollen Prüfung. Mit ihrem 15-jährigen Schimmelwallach Ringwood Cockatoo blieb die Vorjahressiegerin ebenfalls fehlerfrei aber gleich 18 Sekunden über der Zeit. Dadurch steigerte sich ihr Score auf 44,6 Minuspunkte. „Es war mir vom Boden her einfach zu riskant, hier mehr auf Tempo zu reiten“, so Hoy. „Ich hatte die Entscheidung mit meinem Mann Andrew abgestimmt, dass ich dann eher Vorsicht walten lasse. Der Höhepunkt in diesem Jahr ist schließlich die Weltmeisterschaft.“ Überglücklich war Hinrich Romeike, der mit seinem Ausnahmepferd Marius 12 Sekunden über der Bestzeit blieb, aber sich trotzdem mit 47,9 Punkten an Lucinda Fredericks (AUS, 49,9 Punkte) vorbei auf Patz drei schob: „Das war heute eine Geländeprüfung, wo alles stimmte – von Sprung eins bis 35. Marius macht es mir aber auch leicht. Er ist ein wunderbares Pferd.“
Hinter Lucinda Fredericks und Headly Britannia schoben sich ihr Landsmann Andrew Hoy mit seinem Nachwuchspferd Classy Touch auf Rang fünf (50,6 Pkte.) vor. Der Warendorfer Dirk Schrade, der einer von nur vier Teilnehmern war, die innerhalb der Bestzeit blieben, verbesserte sich mit seiner 12-jährigen Fuchsstute Sindy gleich um vier Plätze von zehn auf sechs. Außer ihm schafften das noch der Döhlener Andreas Dibowski, der über die perfekte Vorstellung (exakt 9.04 Minuten, fehlerfrei, von Rang 23 auf Rang zehn verbessert) seines Nachwuchspferdes Butts Leon schwer begeistert war, Stefanie Thompson (GER) mit Jacko’s Delight (60,7 Pkte., von Rang 26 auf Rang elf) und Joe Meyer (NZL) mit Black Andy (72,6 Pkte., von letzten Platz nach der Dressur auf Rang 15.

Mehr als 18.000 Zuschauer an der Strecke
sorgten für einen stimmungsvollen Rahmen
Julia Otto: „Wir haben unglaublich tollen Sport gesehen“

„Ich möchte mich bei den Teilnehmern ausdrücklich bedanken. Wir haben heute unglaublich tollen Sport gesehen“, sagte TGL-Geschäftsführerin Julia Otto nach der Geländeprüfung der Vier-Sterne-Vielseitigkeit. Mit mehr als 18.000 Zuschauern war der Geländetag erneut hervorragend besucht. „Wir haben die Zahl vom Vorjahr wohl eingestellt, wenn nicht sogar leicht übertroffen“, so Otto. Kurs-Designer Captain Mark Phillips meinte: „Das war ein guter Tag für die deutschen Reiter“. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „wenn man ihre momentane Form sieht, muss man sie fast zu Favoriten für die Weltreiterspiele erklären.“
Insgesamt blieben vier der 31 Pferd-Reiter-Paare innerhalb der Bestzeit von 9.04 Minuten. Weitere 19 kamen fehlerfrei durch das Gelände, kassierten aber Zeitstrafpunkte. Acht Teilnehmerpaare sind vor dem abschließenden Springen am Sonntag ausgeschieden. Fünf Reiter gaben während der Geländeprüfung auf. Drei weitere Paare wurden nach Stürzen ausgeschlossen. Am Sonntag steht um 7.30 Uhr die letzte Verfassungsprüfung an. Um 13 Uhr beginnt die abschließende Springprüfung in umgekehrter Reihenfolge der bisherigen Platzierung. Der Sieger steht um 15.10 Uhr fest.

Bilder, Zwischenergebnisse und Zeitpläne auf www.luhmuehlen.de

Bettina Hoy führt nach Teil eins der Dressur
Klarer Abstand zu Lucinda Fredericks und Dirk Schrade
Nach zehn von 31 Startern in der Vier-Sterne-Vielseitigkeit führt die deutsche Olym-
piareiterin Bettina Hoy mit ihrem 15-jährigen Schimmelwallach Ringwood Cockatoo.
Die 43-jährige Berufsreiterin aus Rheine lieferte mit ihrem Siegerpferd des Vorjahres
mit Abstand die beste Dressur ab. Mit 37.40 Punkten liegt Hoy deutlich vor der Aus-
tralierin Lucinda Fredericks mit Bally Leck Boy (48.30 Pkte.) und dem Warendorfer
Dirk Schrade mit Sindy (51.90 Pkte.).
Am Freitag gehen die restlichen 21 Starter in ihre Dressurprüfung. Bundestrainer
Hans Melzer: „Es ist am Freitag durchaus noch einigen Startern zuzutrauen, an das
Ergebnis von Bettina heranzukommen.“ Der Beginn der Dressurprüfung ist um 11.00
Uhr. Der Beginn der Geländeprüfung am Samstag wurde auf 14.15 Uhr verlegt.
Die Dressurprüfung der mit 50 Startern besetzten Zwei-Sterne-Prüfung Milford
Trophy beginnt um 8.30 Uhr.

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