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Bericht Usedom September 2006
Wir sind am Freitag um 10.00 Uhr losgedüst und waren kurz nach 14 Uhr auf der Insel. Unsere Unterkunft war toll, die Pferde haben alle sehr schöne Aussenboxen bekommen und wir eine ganze Etage mit sehr schönen Zimmern + Bad für uns.
Nach dem ersten Auspacken und einer Pause für die Pferde sind wir dann vorm Abendbrot nochmal die Gegend erkunden gewesen zu Pferde. Vom Stall waren es nur 10-15 Minuten im Schritt zum Turnierplatz, da haben wir dann schon mal eine kleine Geländebesichtigung gemacht und sind einmal quer über den Platz geritten und in einer großen Runde durchs Dorf wieder zurück zum Stall. Abendbrot für die Pferde, Dusche und essen gehen für uns.
Am Samstag morgen haben wir ein sehr opulentes Frühstück genossen Das war echt sehr lecker und alle sehr freundlich! Danach ging es dann mit vollem Magen aufs Pferd - vielleicht war das das Problem. Bin aufm Springplatz im Dressursattel unterwegs gewesen und nach ner 3/4 Stunde konnte man wohl erkennen, das es Dressur gewesen ist. Ich denke, mein Pferd war von der langen Fahrt etwas steif. Danach bin ich dann noch mit Tina und Gipsy zur Peene geritten, leider konnten wir nirgends rein, so gab es zu Hause eine Dusche fürs Pferd und 2,5 Stunden Paddock, was die Pferde sehr genossen.

Schleswig-Holsteinisch "aufgepimpt"

Louise und ihre Mitfahrerin Gipsy
Mittags haben wir dann ne Tour nach Ahlbeck gemacht, waren mit den Füßen i n der Ostsee und haben lecker gegessen, waren erst um 16 Uhr wieder am Stall, dann Pferde geflochten und Parcours abgehen. Ich mußte ganz alleine, da die anderen L oder E ritten. Der Kurs war fast vollständig anders wie letztes Jahr, einige Sprünge gleich, ein paar von der anderen Seite und ein paar neue dabei. Ein sehr schöner Kurs, vor dem Billard hatte ich etwas Angst, sowas hatte ich noch nie angeritten (also Graben+Aufsprung und auf dem Aufsprung ein Baumstamm), aber der größte Angst-Faktor war mal wieder der blöde Einsprung in die Peene Danach gabs ein kostenloses 0,5 l- Alster und wieder ein leckeres Essen in unserem Stamm-Lokal
Am nächsten Tag war es dann soweit. Um 6 Uhr klingelte der Wecker (welch ein Luxus), da wir noch keine Startzeiten am Abend vorher und auch keine Kopfnummern bekommen haben sind Nadine und ich morgens zu um 7 Uhr zum Turnierplatz gedüst, und haben da ne halbe Stunde auf die Meldestelle warten müssen Ich war erst um 9:45 Uhr dran und bin gegen kurz vor neun vom Stall aus losgeritten. Ein viertel Stunde im Tüffel-Schritt zum Turnierplatz gefielen meinem Pferd scheinbar gut. Insgesamt saß ich tatsächlich eine Stunde vor der Dressur auf dem Pferd und das war genau richtig. Madame war schön locker und gut am Bein und dank vielen Schrittpausen und Schenkelweichen auch gar nicht schwitzig
Ich meinte das mein Vorreiter vor der Aufgabe einmal im Viereck aussen rum geritten ist, fragte jemanden, der dort zuguckte und die meinte, ja das geht - war im letzten Jahr auch so - ich also rein, aussen rum und werde von den Richtern nett darauf hingewiesen, das das nicht zulässig ist - 0,2 Abzug Fing ja super an. Naja, hatte ja nun nix mehr zu verlieren und bin die Aufgabe geritten, mein Pferd war in der Trabtour spitze, (VA 1) linke Hand Galopp und Galoppsprünge verlängern klappte sehr gut, beim angaloppieren rechts reagierte sie nicht sofort und wir waren nach dem Punkt, da wäre ich beinahe dann statt auf den oberen Zirkel auf den Mittelzirkel geritten. Etwas größer geworden der Zirkel... Das zweimalige Tritte verlängern hat zum ersten Mal richtig geklappt, wurde nur leider zweimal durch ein Stolpern auf dem unebenem Boden unterbrochen ZadHkl im Aussitzen auf dem Zirkel ging auch super, sogar die Schrittour war ohne Zackeln, zwar nicht perfekt schreitend, aber ohne Unruhe Halten Grüßen - und die beiden älteren Herren sagen: 6,0 ! - ach ja, aber -0,2 Naja, egal, hab mich trotzdem sehr gefreut
Das Springen dieses Jahr war netter aufgebaut. Es war für A+L der gleiche Kurs, nur das die L-Leute zum Schluss noch eine Kombination hatten, die wir auslassen durften. Louise zog sehr gut los, fiel mir zwischendurch leider etwas auseinander, eine Stange fiel. Danach hab ich sie erstmal wieder in Stall gebracht, da hat sie dann getrunken (!!!) und gepinkelt und konnte sich beim Mittag essen entspannen.
Auf dem Rückweg vom Stall wieder zum Gelände ist mein Pferd fast eingeschlafen, ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen.... Aber nach dem ersten Antraben war das dann wieder weggewischt. Madame hatte Feuer im Hintern Wie wir zum Start ritten, tribbelte sie schon wie wild hin und her und als wir angezählt wurden, stand sie sogar kurzfristig auf zwei Beinen Dementsprechend flott überwanden wir Sprung 1-3, Baumstamm, Tisch und den ersten Trakehner, dann ging ein sehr schmaler Weg mit dicker Pfütze durchs Gebüsch auf Trakehner Nr. 2 - Sprung 4 und dann berg hoch zum Tisch mit Blumen, der war weiß angemalt und mei Pferd guckte etwas, Druck gemacht und weiter gings. Sie zog richtig gut durch, ich hatte echt ein tolles Gefühl. Dann unser Eulenloch vom letzten Jahr, diesmal hab ich aufgepasst und Louise ist gut durch, über Sprung 7, eine Art Schweinerücken auf das Billard zu - Fried sagte, berg hoch geht alles, ich also gar nicht groß Tempo rausgenommen, und Louise flog geradezu oben drüber und auf der anderen Seite wieder super über den Tiefsprung runter *strahl*, dann 90°-Wendung zum Coffin, kein Problem und weiter über eine Palisade und einen Aufsprung, wieder eine Kurve und über ein Birkenrick und ein weiteres Rick, dann folgte eine Kombination auf dem Springplatz, ich hörte unterwegs Fried schnalzen, schaute auf meine Uhr und war genau in der Zeit Kombination und Tisch vom Springplatz runter auch gar kein Problem. Dann gings in den Wald, vor dem mein Pferd unsicher zweimal den Galopp wechselte, am 4-Minuten-Punkt hatte ich genau noch 48 Sekunden bis ins Ziel (BZ 4.45 - also alles in Butter). Wald hoch und runter ging sogar im Galopp, doch als mein Pferd den Wassereinsprung sah, ging jeder Sprung verloren, weder Bein, Gerte und Kampfgeschrei konnten sie davon überzeugen, sofort reinzuspringen - nein, wir schafften es, die 20-cm-Lücke zwischen der linken Fahne und dem Busch zu nehmen, waren also drin im Wasser, hatten aber den Einsprung nicht richtig genommen, ich wäre beinahe reingefallen Nochmal raus und mit einer kleinen Diskussion haben wir uns dann innerhalb der Fahnen ins Wasser gerettet Dann hab ich nochmal ordentlich Druck zum letzten gemacht, der natürlich auch kein Problem war Im ersten Moment war ich echt sauer, was pinkelt die sich da so in die Hose? Aber dann war ich sehr glücklich, das eigentlich der komplette Kurs so toll gelaufen ist, im Gegensatz zum letzten Jahr, als wir echt mit Ach und Krach vorwärts gekommen sind.... Es hat sich doch einiges getan. Wassertiefsprünge müssen wir halt noch üben


Wir haben dann noch 2 Stunden im Regen auf die Mannschaftssiegerehrung gewartet, die leider dann nicht stattfand, wir durften uns an der Meldestelle nur einen Pokal für den 3. Platz abholen Eigentlich wären wir zweite geworden, aber auch da haben sie sich verrechnet...
In der L hat die Zeitnehmerin leider nur die Minuten und nicht die Sekunden aufgeschrieben, sodaß alle Teilnehmer mit 5-Minuten-Zeiten 16 Strafpunkte für Zeit aufgebrummt gekriegt haben, alle im Gelände auf Rang 1 gesetzt wurden und Nadine z.B. keine Platzierung mehr in der VS bekam, obwohl sie nur (laut eigener Uhr) ein paar Sekunden über die Zeit war. Außerdem wurden wohl in der ganzen L-VS nur 2 Verweigerungen notiert von den Hindernisrichtern, Nadine´s Papi hat alleine mindestens acht gesehen....
Totales Organisations-Chaos da in diesem Jahr, wir sind ernsthaft am Überlegen, nächstes Jahr nicht mehr hinzufahren....
(In dem Sinne hätte ich einfach weiterreiten sollen, als Louise links von der weißen Fahne ins Wasser sprang, das hätten die Hindernisrichter sicher auch nicht mitbekommen )
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