EXTRA:

CCI*** Saumur

Kathrin Krage mit Literat FRH

Wie bereits berichtet schnitt das deutsche Quartett am vergangenen Wochenende beim CCI*** Saumur sehr erfolgreich ab. Hier folgen nun noch weitere Informationen zu den einzelnen Reitern.

Kathrin Krage/Literat FRH (v. Lemon xx/Trapper):
Die 24jährige Kathrin Krage war mit ihren 8 Pferden bereits im Februar ins Bundesleistungs-zentrum nach Warendorf umgezogen, um sich dort gezielt auf die Starts beim CCI*** Saumur sowie CIC***Bonn-Rodderberg und CCI***Luhmühlen vorzubereiten. Ihr 12jähriger Hannoveraner Literat FRH zeigt sich nach einer längeren, verletzungsbedingten Pause gut erholt und bewies, dass er durchaus ein Pferd für Viersterneprüfungen ist. Dabei hatte es in Saumur alles andere als gut für die frühere Schülerin von Bettina Hoy begonnen. Auf dem Abreiteplatz präsentierte sich der Wallach sehr locker und durchlässig. Nach dem Einreiten wollte Kathrin Krage noch einmal neben dem Viereck durchparieren, doch dabei trat sich Literat FRH einen Eisen ab. „Das hat mich völlig verunsichert und ich hatte schon Angst, er würde lahmen. Ich konnte mich gar nicht mehr konzentrieren und das Verreiten sowie Fehler bei den Galoppwechseln gingen klar auf mein Konto“ zog sie selbstkritisch Bilanz. Mit 63,80 Punkten und Platz 37 war die erhoffte gute Ausgangsposition passé. Doch der Tag wurde schnell abgehakt, denn im Gelände hatte sie die wichtige Aufgabe als erste Mannschaftsreiterin eine sichere Runde zu absolvieren und den idealen Weg für die Teamkollegen zu finden. Bereits auf der 2.415 m langen Rennbahn bewies Literat seine tolle Fitness und galoppierte den Kurs in der schnellsten Zeit aller Teilnehmer.
„Im Cross war er fantastisch zu reiten. Obwohl die vielen Wendungen zu Beginn der Strecke seinem enormen Galoppsprung nicht entgegen kamen, waren wir bis zum Hindernis 25 unter der Bestzeit. Ich hatte aber die Order, dort die sichere Alternative zu gehen, was uns am Ende die 12 Strafsekunden eingebracht hat. Ich bin total zufrieden mit unserer Leistung“bilanzierte Kathrin Krage ihren Ritt. „Du warst ein toller „Pathfinder“, lobte Andreas Dibowski seine Teamkollegin. Auch die beiden Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle sparten nicht mit Lob für die überzeugende Vorstellung.
Dies sollte sich auch im abschließenden Springen fortsetzen. Ohne jede Schwierigkeit bewältigten beide den anspruchsvollen Parcours (insgesamt gab es nur 8 Nullrunden) und schoben sich damit im Endklassement auf Rang 17 nach vorne. „Natürlich ist im nachhinein das Malheur in der Dressur doppelt ärgerlich, aber an der tollen Leistung von Literat FRH kann das nichts ändern“ trauerte Kathrin Krage der vergebenen Chance auf eine noch bessere Platzierung etwas nach.

Peter Thomsen/Vilano (v. Consul/Mozart):

Gleich bei der ersten Verfassungsprüfung galt es eine kleine Schrecksekunde zu überstehen, denn der 13jährige Trakehnerwallach wurde zunächst in die Holding Box geschickt. „Er geht im Trab häufig etwas ungleich, aber das hat nichts mit einer Lahmheit zu tun. Im zweiten Anlauf hat die Jury dann ja auch grünes Licht gegeben“ kommentierte Peter Thomsen den Auftakt in Saumur
In der Dressur erfüllte Vilano die Erwartungen seines Reiters, der mit Platz 27 und 58,61 Punkten zufrieden war. Im Gelände machte sich die ganze Routine des Paares bemerkbar. „Schon an den ersten Sprüngen gab er mir viel Vertrauen. Wir sind inzwischen gut aufeinander abgestimmt und er war konditionell super drauf. Bis auf Sprung 5, wo wir alle die Alternative gegangen sind, konnte ich überall den direkten Weg gehen. Mit 11 Sekunden über der Optimumzeit bin ich absolut zufrieden“ freute sich der Aktivensprecher über die gelungene Vorstellung im Gelände. Bei der dritten Verfassungsprüfung gab es keinerlei Probleme und Vilano zeigte sich im Parcours frisch und motiviert. Der stilistisch stets hervorragend reitende Peter Thomsen steuerte seinen Trakehner sicher über die 11 Hindernisse und verbesserte sich auf den 14. Platz in der Einzelwertung. „Der Sieg mit der Mannschaft freut mich besonders. Wir haben uns hier als echtes Team präsentiert und die Zusammenarbeit mit den beiden Trainern macht viel Spass“.

Andreas Dibowski/Herakles (v. Ghazzir ox/Consul):

Für den 9 jährigen Trakehnerschimmel war es erst die zweite lange Dreisternesprüfung in seiner noch jungen Laufbahn. In der Dressur – ansonsten eher die schwächste Disziplin von Herakles – präsentierte er sich gelassen und locker. Nur ein Galoppwechsel klappte nicht perfekt, doch mit 52.01 Punkten und Platz 14 verschaffte sich „Dibo“ eine gute Ausgangsposition. „Im ersten Teil der Geländestrecke hat er noch zuviel Kraft gelassen. Das Umschalten war für die Pferde im zweiten Abschnitt nicht ganz einfach, aber mein Pferd ist noch jung und ihm fehlt die Routine. Er hat seine Qualitäten aber angedeutet und mit lediglich 7 Sekunden über der Bestzeit kann ich durchaus zufrieden sein“ kommentierte der selbst-kritische Berufsreiter seinen Geländeritt. Immer wieder beeindruckend ist die tolle Galoppade und das flinke Hinterbein des Ghazzir-Sohnes, der für die nächsten Jahre sicher ein Anwärter für große Championate sein wird.
Nachdem bereits Kathrin Krage und Peter Thomsen je eine Nullrunde im Springen absolviert hatten, wollte der im Springen sehr routinierte Andreas Dibowski nicht nachstehen. Aber Herakles verspannte sich und machte es seinem Reiter nicht einfach. „Den Oxer an Sprung 6 hatte ich überhaupt nicht auf der Rechnung und der Fehler in der dreifachen Kombination musste auch nicht sein“gab Dibo seiner Enttäuschung Ausdruck. Doch eigentlich gab es dafür überhaupt keinen Anlass, denn beide beendeten die Prüfung auf Platz 12, trugen ihren Teil zum Mannschaftssieg bei und erreichten bereits die erforderliche WM-Norm.

Frank Ostholt/Eos (v. Rockefeller/Sastor)

Der Gewinner des Wochenendes aus deutscher Sicht war der 26jährige Warendorfer Frank Ostholt mit der 10jährigen Trakehnerstute Eos. „Eos ist schon häufig in der Dressur sehr gut gewesen, also hat mich ihre Leistung keineswegs überrascht. Aber das wir mit 44,00 Punkten nach zwei Tagen bei der starken Konkurrenz in Führung liegen würden, hätte ich sicher nicht erwartet“ freute sich der Student der Agrarwissenschaften verständlicherweise über seinen Auftakt .
„Morgen im Cross werden die Karten neu gemischt. Pierre Michelet hat eine anspruchsvolle Strecke gebaut und es gibt genug Möglichkeiten, eine Verweigerung zu kassieren“ warnte er vor übertriebenen Erwartungen und dachte dabei vielleicht an das Missgeschick beim CIC***Hoppegarten, als Eos an einem Coffin vorbeilief („Da war ich mir zu sicher“). Doch die kleine Stute zeigte sich hochkonzentriert und kämpfte vor allen Dingen im letzten Teil des Kurses, als die Kräfte nachließen, hervorragend mit. „Super, Frank. An den letzten Kombinationen bist du klasse geritten. Deine Position war sehr gut und damit hast du Eos optimal unterstützt“ lobte Chris Bartle das Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit. Erstaunlich schnell erholt sich Eos von den Strapazen, trabte munter durch die letzte Verfassung und absolvierte auch den Springparcours ohne Fehler. „Nach der Pause im letzten Jahr freue ich mich über das tolle Comeback. Mit dem fünften Platz beim CCI*** Achselschwang 2000 haben wir ja schon gezeigt, was wir können. Ich bin froh, dass wir ihr die Zeit gelassen haben und wir werden uns nun in Ruhe auf den CIC*** Cavertitz Anfang August vorbereiten“ blickte Frank Ostholt schon einmal voraus. (rl)