Das Herz schlägt für die Vielseitigkeit
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| Das Wunderpferde nicht vom Himmel fallen, war spätestens nach der Versammlung klar. „Vor 10 Jahren habe ich mit Marius an 7 oder 8 Trainingstage teilgenommen. Ohne sie wären wir nicht so erfolgreich gewesen im ersten Jahr. Er hat anfangs in Süsel so beim Graben geguckt, dass ich runtergefallen bin und in Kombinationen ist er als junges Pferd gern rausgelaufen,“ erinnerte Hinrich Romeike an seine Anfänge mit seinem Wunderschimmel. Und dann folgte noch ein dickes Lob an den wiedergewählten Vorstand rund um Karl Blobel, Wilfried Bunte, Andrea Höppner und Petra Kremerskothen:„Die Arbeit des Fördervereins ist hervorragend!“ Die Fakten aus 2008 sprechen für sich: 17.500 € gingen als Fördergelder an Veranstalter, 117 Reiter nahmen an 8 Trainingstagen teil, beim VFV Cup gab es neben E und A erstmals L-Niveau und das Indoor-Event in Neumünster am Sonntag Nachmittag war ein echter Leckerbissen für alle Buschfans. Besonders geehrt wurde Parcoursbauer Ludwig Höppner (Groß Parin): Er bekam den Tierschutzpreis für seine vorbildlichen Geländekurse in puncto Linienführung und Hindernisbau verliehen. Und Dieter Stut brachte es auf den Punkt: „Ohne den Förderverein geht es nicht. Sein Herz schlägt für die Vielseitigkeit“. Veranstalter sollen mehr gefördert werden „Wir wollen in diesem Jahr einen Verein oder Veranstalter küren, dessen Turnier sich u.a. durch optimale Bodenverhältnisse, Organisation und Tierfreundlichkeit auszeichnet,“ so der Vorsitzende Blobel. Außerdem soll jedes Jahr ein Geländesprung gespendet werden. Der erste steht bereits bei Familie von Paepcke in Bredeneek. Mehr Trainingstage und ein halbtägiges Seminar für Kinder und Jugendliche, bei dem sie die Grundlagen über den Umgang, Schmied und Beziehung zum Pferd lernen können, stehen ebenfalls auf dem Plan. Bedauert wurde allerdings eine gewisse „Vereinsmüdigkeit“. Auch zur Hauptversammlung erschienen nur 30 von 429 Mitglieder, obwohl mit Romeike ja schon ein echtes Zugpferd am Start war. Gibt es für Reiter zu viele Termine und ein Überangebot an interessanten Veranstaltungen? „Mein Herzenswunsch ist eine Zusammenführung der Vereine und der Landesverbände HH und SH für die Gestaltung und Durchführung von Seminaren,“ so Blobel. Weniger ist mehr - vielleicht könnte das eine Lösung sein. Ein frisches weißes Hemd Als besonderes Highlight berichtete Hinrich Romeike über Hongkong. Dabei konnte er kaum sprechen, seine Stimme war sichtlich angeschlagen. „Dabei ist es schon besser. Bis Dezember hatte ich jeden Tag drei Termine, heute werde ich nur noch einmal in der Woche gefilmt. Erfolg macht sexy. Ist sexy,“ schmunzelte er. Aber was macht erfolgreich? Vor allem die ausgeklügelte Vorbereitung für Hongkong. Wegen der Hitze hatte Marius vorher gelernt, bis zu 90 Gramm Salz am Tag zu fressen. Er selbst sei jeden Tag 10 km zur Praxis mit dem Fahrrad gefahren und zwei Mal wöchentlich gejoggt. In Hongkong wurden die Pferde nach 30 Minuten Arbeit abgesattelt, mit Eiswasser gekühlt, dann in einer Kühlhalle bei 15 Grad geführt bis die Körpertemperatur wieder von unglaublichen 40 auf 38 Grad gefallen war, um sie danach erneut eine Viertelstunde reiten zu können. Neben dem Training gehörte allerdings auch eine Psychologie dazu. „Ein Pferd musste unter Flutlicht Dressur gehen. Und da Schimmel im Dunkeln besonders gut aussehen, fiel die Wahl auf Marius.“ Und es wirkte Platz 3. Am Samstag Abend nach dem Gelände sammelte Trainer Chris Bartle von allen Deutschen die Ergebnislisten ein und zerriss sie mit den Worten „Now it’s history. Tomorrow is a new day.“ „Wir sollten uns ganz allein auf uns selbst konzentrieren, wie ein Pfeil, der sich nur um sich selbst dreht, bis er sein Ziel erreicht,“ verriet der Nübbeler. Und dann noch sein ganz persönliches Erfolgsrezept: Ein frisches weißes Hemd. „Es kommt aus dem Film Cincinnati Kid. Dort pokern zwei Spieler fast 48 Stunden. Beide sind völlig erschöpft und schweißgebadet. Kurz vor Schluß geht der eine raus und kommt mit einem frischen weißen Hemd wieder rein. Genau dieser frische fitte Anblick demoralisiert den anderen so, dass er kurz danach verliert. Genauso habe ich es auch gemacht. Schon vor dem Finale habe ich mir ein zweites frisch gebügeltes Hemd herausgelegt. Nach dem Teamspringen, wo wir Mannschaftsgold gewonnen haben, habe ich mich geduscht, bin wieder in meine verschwitzte Reithose, Stiefel und Sakko und habe dann aber mein frisches weißes Hemd angezogen und wusste nun kann ich gewinnen.“ Tja, und auf die Frage, ob er traurig sei, dass er nicht direkt nach dem Springen hätte feiern können, weil er stundenlang in der Dopingprobe festgehalten wurde, da er trotz 6 ? Litern Flüssigkeit zuerst keine Probe abgeben konnte, antworte Romeike nur trocken: „Kein bißchen schade, ich komme seitdem nicht mehr aus dem Feiern heraus.“
Vorstands-Team: Andrea Höppner, Karl Blobel, Petra Kremerskothen und |