CDV-Pilotprojekt ab 2009: „Buschreiterlizenz“
Reinschnuppern und besser werden im Geländereiten mit System

Wer die Bilder der deutschen Vielseitigkeitsreiter aus Hongkong gesehen hat, wird sich noch gern daran erinnern. Mit geschmeidigem Sitz, rhythmischem Reiten und auf den Punkt trainierten Pferden präsentierten sich die Geländereiter in voller Ästhetik und wurden mit Doppelgold belohnt.

Das ist moderner Vielseitigkeitssport, der seines Namens als „Königsdisziplin des Reitsports“ würdig ist. Zu Recht, denn keine Disziplin ist der Natur des Pferdes näher als der vielseitige Einsatz, bei dem alle Veranlagungen des Pferdes gefordert und gefördert werden. Erzwungene Leistungen landen hier schnell in der Sackgasse. Im Gelände müssen Pferd und Reiter Partner sein, sich aufeinander verlassen können, sich kennen und vertrauen. Beide müssen bereit und fähig sein, Verantwortung zu übernehmen.

Während in der Dressur und im Springen Lizenzen abgelegt werden müssen, um auf Turnieren zu starten, gibt es in der Vielseitigkeit, bei der die Sicherheit die größte Rolle spielen sollte, keine solchen Vorgaben. Man darf bis in die schwere Klasse reiten, ohne jemals alle erforderlichen Sitzpositionen trainiert und bewiesen zu haben. Bei einem Sturz gilt selten „Pech gehabt“, sondern viel häufiger „schlecht gesessen“. Pech lässt sich wenig beeinflussen. Wie gut, dass man den richtigen Sitz umso besser beeinflussen kann. Wird das 1x1 von Sitz, Einwirkung und Technik beherrscht, so steht auch sicheres Reiten nicht mehr im Widerspruch zu schnellem Reiten.

 Das ist Anlass genug für CDV-Vorstandssprecherin Inken Johannsen dem Nachwuchs und den ambitionierten Freizeitreitern mehr Qualität und Sicherheit im Gelände zu geben. Sie initiierte für den Club Deutscher Vielseitigkeitsreiter e.V. für 2009 ein Pilotprojekt:

In einem Lizenzlehrgang vermitteln ausgewählte Ausbilder 6 Tage lang Theorie und Praxis rund um die Vielseitigkeit.  So bereiten sie die Teilnehmer auf den Abschlusstest vor, in dem alles erforderliche Grundlagenwissen und –können abgeprüft wird. Wer den Test besteht, erhält die CDV-Buschreiterlizenz. Geplant sind je einer oder mehrere Lehrgänge in Süddeutschland, Mitteldeutschland und Norddeutschland. Mindestvoraussetzungen für die Teilnahme gibt es nicht.

Die Inhalte in Stichpunkten:  Physische und psychologische Voraussetzungen analysieren, Ziele richtig setzen, Trainingsaufbau, Mental- und Konditionstraining für Pferd und Reiter, Sitzgrundlagen und –techniken, Körperwahrnehmung und Kommunikation zum Pferd, Tempogefühl und -beeinflussung, Verfeinerung der Technik von Pferd und Reiter durch Videoanalysen, Technisches Reiten, richtig Geländeabgehen, Umgang mit Problemen, Zukunftsplanungen und viel Spaß zusammen. 

 „Reiten ohne Geländesprünge ist wie Suppe ohne Salz“, findet Inken Johannsen. „Unser englischer Bundestrainer Chris Bartle hat das Geländereiten in Deutschland durch sein Know-how vorangebracht, davon sollen alle profitieren. Wir bieten einen mit  Chris Bartle gemeinsam erarbeiteten Lehrgang an, denn wir wollen dass auch in Zukunft die deutschen Reiter auf Erfolgskurs bleiben und noch mehr Reiter sich trauen in die Vielseitigkeit hineinzuschnuppern.“

Termine, weitere Infos und Anmeldemöglichkeit ab Januar im Internet unter
www.cdv-aktuell.de

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