Mein Schimmel hat sich nicht so dolle dreckig gemacht. Ich habe Glück. Die Mähne einzuflechten ist reine Nervensache. Schimmel steht nicht still und ich muß höllisch aufpassen, daß sie mir nicht auf die Füße perrt. Endlich fertig! Fliegendecke und Transportgamaschen drauf und los. Es nieselt etwas, wie immer in letzter Zeit. Auf geht´s in Richtung Lübeck. Unterwegs werden wir von vielen bescheuerten Autofahrern überholt, die es ja so unheimlich eilig haben und selbst in Kurven überholen müssen.
16:30 Uhr: Ankunft in Heidekamp. Es regnet nicht mehr. Wir parken und schauen uns die ersten beiden Reiter an, dann holen wir Lani vom Hänger. Wir drehen Stollen ein und satteln auf. Dann gibt es erstmal einen kräftigen Schauer. Glücklicherweise sind wir mit Regenjacken unterwegs... Auf dem Abreiteplatz ist es relativ leer. Angenehm zu reiten. Lani ist ganz ruhig, nur ich bin ziemlich aufgeregt. Der Parcours ist nicht so schwer, doch ein überbauter Graben ist mit drin. Es scheiden einige Reiter hier aus.
18:15 Uhr:So, wir werden auf den Vorbereitungsplatz gerufen. Ich habe dort nicht mehr viel Zeit und werde gleich zum Start gerufen. Es sind immer 2 Leute im Gelände unterwegs und wir müssen einen Augenblick auf unser Startzeichen warten. Dann geht´s los. Lani zappelt etwas rum und galoppiert dann ordentlich drauf los. Erster Sprung ist geschafft. Zum zweiten Sprung, einem so genannten Schweinerücken zieht Lani ganz gut an. Dann kommt der erste Wasserdurchritt, ein Pflichttor. Kein Problem, Lani galoppiert einfach drauf los. Dann kommt der Sprung, bei dem wir am Trainingstag Probleme hatten, ein Langholzwagen, eigentlich ein kleines Kreuz, aber Lani guckt sich links davon fest und drängt zur Seite, aber wir springen den Sprung aus dem Trab ohne Verweigerung. Dann geht´s zackig weiter über eine Wellenbahn und eine kleine Buschhürde, durch ein Pflichttor, rauf auf´s Billard, zwei Stufen wieder herunter und in einem schönen Rechts-Bogen auf den überbauten Graben zu. Lani schaut nach links, da steht ein Pavillon-Zelt, das stand am Trainingstag nicht da, der Graben kommt näher, Lani zögert und da steht die Karre. Ein Schritt rückwärts und aus dem Stand springt sie dann aber doch beherzt zu. Rechtsrum weiter über die Wellenbahn mit Pflichttor, dann über einen Hügel, auf dem ein Baumstamm liegt, super gemacht. Dann ist plötzlich der Rythmus da, es geht durch das zweite Wasser mit einem Baumstamm als Wasser-Aussprung. Dann ein langer Galoppierweg auf Baumgabel zu. Kein Problem. Es geht bergab und in einer Linkswendung wieder bergauf durche eine Sandkuhle mit kleinem mit Steinen unterlegten Baumstamm, rechts herum weiter bergauf ein etwas größerer Baumstamm. Das klappt super. Dann auf dem Weg zum letzten Sprung zieht Lani nochma schön an und der kleine Holzstoß, der uns im Weg liegt ist auch kein Problem mehr. Nur die Ziellinie noch treffen und wir sind durch. Ich freue mich riesig und Lani legt vor den Zuschauern nochmal einen starken Mitteltrab hin, das ich aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskomme. Ich bin mächtig stolz auf sie. Wir bekommen eine Wertnote von 6,9. Toll, oder? Durch die Verweigerung werden 0,5 Punkte abgezogen und uns bleiben 6,4. Ich bin zufrieden. Schade nur, das mit dem Graben, den hatte sie im Training ohne weiteres gesprungen. Unser nächstes Turnier ist Süsel am 30.07., nächste Woche ist Moritz dran in Padenstedt. Bis dann!