Ganderkesee. Spannender hätte der Abschluß der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften, die der Reitverein Ganderkesee im Rahmen einer internationalen Zweisterne-Kurzprüfung hervorragend organisierte, nicht verlaufen können. Nachdem Malte Dohm/Cayenne fehlerfrei geblieben war und Inga Marie Höper mit Arranchino einen Abwurf im Parcours hatte, betrug der Vorsprung für Schleswig-Holstein nur noch 0,4 Punkte vor den Westfalen, für die bis dahin Frank Ostholt/Eos und Jens Brinkmann/Lando ohne Abwurf geblieben waren.
Dies bedeutete für den letzten Teamreiter Peter Thomsen/Kunta Kinte TSF auf jeden Fall fehlerfrei zu bleiben. Dank seiner großen Routine steuerte der Diplom-Verwaltungswirt aus Lindewitt den 8jährigen Trakehner souverän über den Parcours und sicherte seinem Verband nach 1999 erneut die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zu der erfolgreichen Mannschaft gehörte weiterhin Beeke Kaack/Karana M (siehe Bild bei der Verfassungsprüfung).
Auf dem dritten Platz folgte Weser-Ems vor den Teams aus dem Rheinland, Sachsen und Berlin-Brandenburg.
Zwar konnte der Europameister der ländlichen Reiter, Marc Fiege mit Armani am Sieg der Schleswig-Holsteiner nichts mehr ändern, doch mit seiner Nullrunde gewann er die Einzelwertung, da der bis dahin führende Elmar Rotthäuser/Herbstplanet durch zwei Abwürfe auf den 5. Platz zurückfiel.
Viel Lob gab es von allen Seiten für die Organisation des CIC** durch den RV Ganderkesee unter Leitung von André Jonker. Trotz der großen Hitze war vor allen Dingen der Boden im Geländekurs in sehr gutem Zustand noch am Samstagmittag wurden 250.000 Liter Wasser aufgetragen. Leider konnten sich die Verantwortlichen nicht dazu durchringen, einen Vorschlag der Reiter umzusetzen das Springen am Samstagnachmittag und den Geländeritt am Sonntagmorgen durchzuführen.
Hervorragende Geländestrecke
Gemeinsam mit seinem Assistenten Werner Tapken hatte Ex-Bundestrainer Horst Karsten eine ideale Geländestrecke mit einer pferdefreundlichen Linienführung und einer ausgewogenen Mischung von technischen Elementen und Abfragen der Rittigkeit und des Sprungvermögens konzipiert. Am Anfang war ich nicht so zufrieden, doch als die stärkeren Pferde kamen, sah das schon viel besser aus. Mein Ziel bei dieser Mannschaftsmeisterschaft war es einen Kurs zu bauen, der es auch den schwächeren Teams möglich machen sollte, die Prüfung zu beenden. An allen schwierigen Sprüngen gab es eine Alternative und somit ist es erfreulicherweise gelungen, sechs von acht Teams ins Ziel zu bringen war Horst Karsten verständlicherweise zufrieden. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass nur die beiden Mannschaften aus Hamburg und Hannover-Bremen, die jeweils nur mit drei Reitern in den Wettbewerb gegangen waren, nach einem Ausfall nicht in die Wertung kamen. Immerhin 46 Paare bewältigten die Strecke fehlerfrei, aber nur sechs Kombinationen schafften dies auch innerhalb der Bestzeit von 7:12 Minuten, wobei Junge-Reiter-Kadermitglied Elmar Rotthäuser mit dem 11jährigen Trakehner Herbstplanet (v. Guter Planet) die Optimumzeit genau traf und sich damit nach dem Gelände an die Spitze der verbliebenen 53 Paare setzte.
Entsprechend positiv war auch die Reaktion der Reiter zum Geländekurs. Peter Thomsen meinte stellvertretend: Ich bin total begeistert. Es war trotz der Hitze ein hervorragender Boden und die Linienführung war die Beste, die ich bisher in dieser Saison geritten bin. Ich kann Horst Karsten und Werner Tapken nur gratulieren. Sie haben einen Superjob gemacht. Die Pferde kamen hervorragend in einen Rhythmus.

Kathrin Krage und Ivana am Steg, an dem sie ausschieden
Schrecksekunde für Frank Ostholt
Dass die Strecke keineswegs einfach war, zeigt ein Blick in die Liste der Ausgeschiedenen. Für Anna Junkmann/Zavary endete die Reise an Sprung 5 einer Wegekombination und die Trakehnerstute Ivana mochte an diesem Tag den Wasserkomplex überhaupt nicht. Zwar konnte ihre Reiterin Kathrin Krage sie noch über den Einsprung drücken, doch im Wasser setzte die Stute auf den Steg auf und Kathrin Krage konnte sich nicht mehr halten. Für den größten Schrecken sorgte ausgerechnet der Deutsche Meister Frank Ostholt. Nachdem er seine beiden lange verletzten Pferde Eos und Ginger souverän über den Kurs gesteuert hatte, kam er mit dem 9 jährigen Iren Light my Fire nur bis zu Sprung 3 einem zwischen zwei Baumstämmen eingerahmten Tisch. Der Schimmel stürzte und Frank Ostholt lag seitlich unter dem Pferd. Bei dem Versuch, sich zu befreien, schlug Light my Fire und traf seinen Reiter mit dem Huf im Gesicht. Die Spuren waren deutlich sichtbar, aber eigentlich hatte Frank Ostholt noch großes Glück, denn gebrochen hatte er sich nichts. Mit mehreren Pflastern gezeichnet setzte er die Prüfung am nächsten Tag fort und steuerte seinen Beitrag zum zweiten Platz des Teams Westfalen bei und in der Einzelwertung belegte er mit Eos den vierten Rang.
Dritter Sieg für Marc Fiege und Armani
Genau so spannend wie in der Mannschaftswertung verlief die Entscheidung im CIC**. Vor dem Springen lagen die vier Ersten nur 3,6 Punkte auseinander. Mit souveränen Nullrunden sicherten sich Kirsten Thomsen/Kirschblüte (2.) und Ehemann Peter/Kunta Kinte TSF (3.) einen Platz auf dem Treppchen. Dagegen vergaben Hanno Vreden/Limited Edition (7.) und Elmar Rotthäuser/Herbstplanet (5.) mit je zwei Abwürfen alle Chancen auf den Sieg. Stattdessen nutzte Marc Fiege mit Armani (13j. Bayernwallach v. Adlerschild, siehe Bild links) die Gunst der Stunde und gewann die Einzelwertung mit einem fehlerfreien Ritt. Wir haben einfach einen guten Lauf. Nach Krusemark und der Europameisterschaft der Ländlichen Reiter ist das unser dritter Sieg in Folge. Es war eine tolle Prüfung, vor allen Dingen das Gelände gestern war sehr gut zu reiten kommentierte der Seriensieger seinen erneuten Erfolg. Er will erst nach seinem Umzug nach Berlin, wo er ab September sein Studium fortsetzen wird, entscheiden, ob er in diesem Jahr noch weitere Prüfungen reiten wird.

Frank Ostholt und Ginger im Springparcours

Das siegreiche Schleswig-Holsteiner-Team
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